Wenn man Zeitschriften durchblättert, stößt man ja auf so einiges. Meistens sind es immer dieselben Sachen. Auf Seite 1 erzählen sie dir, wie die armen armen Teenies von heute unter dem bösen Magerwahn leiden und auf Seite 2 wird sich über Heidi Klum empöhrt, weil sie eine Pommes isst. Dann gibt es da die Horoskope, die Rezepteseite, Dr. Sommer und vorallem die Psychotests. Welcher Beruf passt zu dir, bist du eher schüchtern oder aufgeschlossen und - besonders beliebt - auf welchen Typ Mann stehst du? Natürlich gibt es dann nur drei Klischee-Männer zur Auswahl, denn Individualität und Vielfalt wird in solchen Magazinen ja prinzipiell kleingeschrieben.
Aber mal ehrlich. Wie kann man jemandem denn suggerieren, es gäbe nur einen Typ Mann, auf den frau stehen kann? Und dass er genau die Eigenschaften a, b und c haben muss, sonst klappt es nicht? Wenn ich mir da mal meine Exfreunde ansehe.. hallelujah. Verschiedener könnten sie glaube ich gar nicht sein.
Mir ist bereits in den Sinn gekommen, dass sich das Beuteschema eines Menschen je nach Alter und Stimmungslage drastisch verändern kann.
Ist das nicht scheiße? Wer mit 16 noch deine große Liebe gewesen ist, passt vielleicht mit 20 überhaupt nicht mehr zu dir. Wahrscheinlich ist es deswegen auch so unglaublich schwer, auf ewig bei einem Menschen zu bleiben. Wie viele Paare gibt es wohl, die nach einigen Jahren merken, dass es nicht mehr funktioniert? Die sich bis dahin schon viel aufgebaut haben, Hochzeit, Kinder und ein eigenes Haus? Wie viel Kraft, Mut und Sicherheit muss man da denn aufbringen, um sich noch zu trennen? Und denkt dann nicht jeder "Meine Zeit ist vorbei, entweder bleibe ich bei ihm oder für immer alleine"?
Allein dieser Gedanke.. dass irgendwo auf der Welt jemand ist, der für einen bestimmt ist, den man aber nie an seiner Seite haben wird, weil man an etwas festhält, was einen nur noch ab und zu mal glücklich macht. Und gleichzeitig steckt dahinter die Angst, dass er diese eine Person vielleicht findet - und man selbst steht dann alleine da.
Was ist die bessere Lösung? Soll man das Risiko eingehen? Wenn man nicht mehr ganz glücklich ist, wirft man dann alles hin und hofft darauf, etwas besseres zu finden? Oder bleibt man dabei, aus Angst, dass es alleine noch viel schlimmer ist und man nie wieder einen Besseren findet, obwohl es ihn gibt? Ich war ja nie der Risiko-Typ. Wäre ich bei "Wer wird Millionär", würde ich vermutlich schon nach der bestandenen 500 Euro Frage aufhören. Was bleibt, sind 500 Euro. Und dieses.. unvollständige Gefühl. Man hätte mehr haben können. Hätte es besser haben können. Aber eben auch schlechter.
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