Mittwoch, 25. Februar 2015

Aussortiert.

Dinge wegschmeißen tut gut.
Heute habe ich viel weggeschmissen. Ein bisschen 13 und noch mehr 14.
So viele Erinnerungen sind im Müll gelandet, weil ich sie nicht mehr haben will. Die überdimensional großen Creolen, die Freundschaftsarmbändchen von meiner abffl (nicht.) und abgenutzte Schminke, nur um mal ein paar Beispiele zu nennen.
Der Umzug schlaucht ganz schön, aber trotzdem sorge ich dafür, nicht im Stress die ganzen Altlasten einzupacken und wieder mitzunehmen. Ich will sie nicht mehr haben und wegschmeißen tut gut.

Dienstag, 17. Februar 2015

Hi.

Darf ich vorstellen? Okay, an dieser Stelle müsste mein Name folgen, aber den gebe ich nicht preis, also.. ich bin ich. Dürfte ja reichen.
Ich hatte eine tolle Kindheit. Ja, das kann man wirklich so sagen. Ich bin in einem kleinen Ort aufgewachsen, wobei aufgewachsen vielleicht das falsche Wort ist. Ich habe dort die ersten Jahre meines Lebens verbracht, ich glaube, es waren drei. Mein Bruder, der auf den Tag zwei einhalb Jahre jünger ist als ich, hat auch noch kurz dort gewohnt. An den Umzug kann ich mich nicht mehr erinnern, aber besonders weit sind wir nicht weggezogen. Ich war ein sehr glückliches und fantasievolles Kind, ich habe Hörspiele geliebt und konnte mich stundenlang mit Kuscheltieren, Puppen oder Lego beschäftigen. Mit meinem Bruder habe ich in unserem großen Garten verstecken gespielt, wir hatten immer mehrere Haustiere. Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen, Fische und später einen Hund. Ich habe sehr früh zu sprechen angefangen und konnte bereits vor der Grundschule lesen und teilweise schreiben. Ich sollte eine Klasse überspringen, wollte das jedoch nicht. Am Ende der vierten Klasse bekam ich eine Empfehlung fürs Gymnasium, wo ich dann eingeschult wurde. Ich hatte eine beste Freundin, die älter war als ich, sie hat mir insgesamt nicht gerade gut getan, aber generell war ich mehr mit Älteren zusammen. Ich freundete mich mit ein paar Mädchen aus meiner Klasse ebenfalls an und da ich kein streitsüchtiger Mensch bin, kam ich mit dem Rest auch gut aus. Irgendwann hatte ich zwei beste Freundinnen, die sich gegenseitig nicht leiden konnte. Nun ja, eine davon habe ich immer noch. Ich wurde nie gemobbt und bin sehr froh darüber, denn so etwas stelle ich mir wahnsinnig schlimm vor. Aber auf eine gewisse Art war ich immer anders als der Rest meiner Klasse.
Durch meinen Ex habe ich früh angefangen, zu rauchen. Viel zu früh. Ich glaube, es war Anfang 13. Man kann es nicht komplett auf ihn schieben, aber er war nun Mal Raucher und so wurde ich näher damit konfrontiert. Er meinte, dass er es nicht will, dass ich damit anfange und ich wollte mir nichts sagen lassen. Ich war auch überzeugt, jederzeit aufhören zu können. Ich habs aber immer vor meinen Eltern versteckt, da hatte ich dann doch zu viel Angst.
Bei meiner ersten 5 in der Mathearbeit hab ich auf dem Weg nach Hause geweint, jedenfalls auf den letzten Metern, die ich nicht mit einer Freundin gefahren bin. Vor anderen weinen kann ich nicht, dagegen kämpfe ich automatisch an. Das ist oft sehr anstrengend und ich wünschte echt, es wäre anders.
Ich kann nicht genau sagen, was es war, aber ab dem 13. Lebensjahr begann ich, mich zu verändern. Klingt dämlich, denn klar, da steckt man voll in der Pubertät. Aber mir war einiges zu viel. Ich wandte mich von meiner damals besten, allerbesten Freundin ab. Sie hat mich wirklich sehr geprägt. Ich hatte meine ersten Beziehungen, lernte Leute kennen, die mir rückblickend nicht gut taten.
Ich habe mit 13 auch angefangen, Alkohol zu trinken. Ich weiß noch, wie aufgeregt ich war, als ich mit meinem Ex und seinen Freunden abends in der Stadt war und einer von denen meinte, wir könnten ja zu dem in den Keller gehen und saufen. Alle nannten ihn immer Harry Potter, weil er mit seiner Brille so aussah. Ich bin mit meinem Ex vorher zu ihm nach Hause, heimlich Alkohol holen. Später im Partykeller waren alle am Trinken, dort stand sogar eine kleine Bar. Dort küsste mein Ex mich das erste Mal, daraufhin waren wir dann zusammen. Erst als ich wieder draußen war, sah ich die vielen entgangenen Anrufe meiner Mutter, denn unten hatte ich keinen Empfang.
So ging das los. Es war eine schräge Zeit, wir waren fast jeden Tag draußen, hatten unsere Stammplätze und haben einfach nur abgehangen. Der Sommer war schön und komisch zugleich. Als mein Ex und ich uns trennten, war das nicht mal schlimm, wir wussten beide, dass das nichts Ernstes ist (mit 13, oh Wunder).
Mein erstes Mal hatte ich viel zu früh, es war auch ziemlich beschissen aber ich war trotzdem glücklich, denn er sagte "Nun muss ich wohl für immer bei dir bleiben.".
Er verließ mich aber, für eine sehr gute Freundin, das ganze war ein großes Hin und Her und es hat mich regelmäßig innerlich zerrissen. Mein Verhältnis zu meinen Eltern wurde dramatisch schlechter, ich habe auf nichts und niemanden mehr gehört. Wir haben uns gegenseitig fast täglich angeschrieen und beleidigt, ich hab begonnen, mich zu schneiden. Als meine Mutter es zum dritten Mal sah, brachte sie mich zur Therapie. Dort war ich, jahrelang, ohne Erfolg. Es wurde nur noch schlimmer.
In der Schule schwänzte ich mehr und mehr. Meine Noten gingen rasant in den Keller und ich schottete mich von den meisten aus meiner Klasse ab, einige meiner Freunde wechselten auf die Hauptschule.
Irgendwann zog ich aus meinem Elternhaus aus und ins Haus nebenan, was ebenfalls ihnen gehörte. Ich brauchte den Abstand. Es folgten Krisen mit meinem Freund, eine schwerer als die andere. Ich wurde depressiv und suizidal, irgendwann entwickelte ich eine Alkoholabhängigkeit. Die Leute, mit denen ich die meiste Zeit verbrachte, nahmen ausschließlich alle Drogen. Jeden Tag. Ein paar von denen waren mir egal, die saßen einfach nur zugedröhnt dabei, aber zwei, drei der Leute waren mir wichtig. Ich hatte oft furchtbare Angst um ihr Leben.
Ich hatte viele Suizidversuche geplant, sogar mal als ich recht klein war einen Abschiedsbrief verfasst, den mein kleiner Bruder gefunden hatte. Aber ein Mal wollte ich es durchziehen und dieses Gefühl, abgeschlossen zu haben, so sehr resigniert zu haben, werde ich niemals vergessen. Als der Krankenwagen kam, habe ich nichts gefühlt, als meine Familie mich im Krankenhaus besucht habe, habe ich auf heile Welt gemacht. In der Klinik brachte ich den Arzt dazu, mich nach drei Tagen zu entlassen, nur, damit alles von vorne begann. Ich weiß nicht, wie ich manche Tage überlebt habe, aber heute bin ich immer noch hier.
Ich habe eine Essstörung bekämpft und kurz bevor diese mich, zusammen mit meinen Depressionen, fast umgebracht hätte, wurde ich schwanger. Es war wie ein Wunder.
Ohne meinen Sohn hätte ich das niemals geschafft. Ich wäre nicht mehr weggekommen vom Alkohol und von den Drogen und auch vom Hungern nicht. Er hat meinem Leben einen Sinn gegeben, er ist der Grund, den ich brauchte, um mich abzuwenden von all dem Schlechten. Es ist jetzt nicht alles leicht, aber wenn es ein Problem gibt, strenge ich mich an, es zu lösen. Weil ich es für ihn lösen will.
Ich bin auf dieses kleine Bündelchen Mensch so viel mehr angewiesen als auf falsche Freunde und Drogen. Die sind ein Scheiß dagegen. Liebe ist immer noch die größte Abhängigkeit. Es ging bergauf. Ich wandte mich langsam meinen Eltern wieder zu, zog mit meinem Freund zusammen. Ich bin aufgewacht und habe mich zusammengerissen, den falschen Leuten den Rücken gekehrt und dafür die richtigen Leute kennengelernt.
Ich habe mich weiterentwickelt, habe mein Interesse an Frauen gefestigt und kann heute ganz selbstsicher von mir sagen, dass ich bisexuell bin. Ich setze mir neue Ziele und will daran arbeiten, mir Gutes statt Schlechtes zu tun.
Ich habe total dumme Macken, ich hasse es, zu telefonieren oder Fremde nach dem Weg zu fragen. Vor Gruppen, an denen ich vorbeigehen muss, habe ich oft Schiss und ich geh nicht oft gerne raus und unter Menschen. Aber wen juckts, so bin ich eben, solange ich damit klarkomme, ist das okay. Wem das nicht in den Kram passt, dem kann und will ich auch nicht helfen.
Da suche ich doch lieber lange nach den Menschen, die das akzeptieren, denn nur dann lohnt es sich.

du bist mir egal, du auch, du auch, und oh, du auch.

Der Titel sagt eigentlich schon alles. Meine Gedanken kreisen heute um die Menschen, für die ich mir meinen verdammten Arsch aufgerissen habe, um ihnen zu gefallen. Für die ich mich verstellt und verdreht habe, um nicht für meine eigenen Ansichten verurteilt zu werden. Dieser Eintrag wird nicht irgendeiner, ich rede nicht gerne drüber aber heute schreibe ich mir etwas von der Seele, was das betrifft. Meine beste Freundin war scheiße. Und das Beste, was ich damals hatte. Dachte ich.
Das, was ich für sie empfand, ging über eine normale Freundschaft hinaus. Ich kannte sie gefühlt ewig, wir teilen so viele Erinnerungen. Die meisten habe ich so weit verdrängt, denn ich will mich nicht mehr erinnern, weil ich mit diesem Menschen mehr Schlechtes als Gutes verbinde. Damals war das undenkbar, wir waren nahezu unzertrennlich, ich hab wirklich gedacht, dass unsere Freundschaft alles aushalten würde. Ich war immer für sie da, immer. Aber sie nicht für mich. Sie steht gerne im Mittelpunkt, oh ja, unglaublich gerne. Und sie hat auch keine Scheu, alles in Gang zu setzen, damit das passiert. Sie war immer wichtiger als ich, sie hat mich nie ernst genommen, mir nie von Herzen zugehört, dabei war mir in der Zeit niemand wichtiger als sie.
Sie hat damit gespielt. Niemand kann gefühlloser und kälter sein als sie, niemand war je hinterhältiger.
Ich empfinde keinen Hass für sie und irgendwie tue ich genau das. Es gibt Themen, bei denen ich sage, dass ich nicht gerne darüber rede, obwohl ich es eigentlich will. Es fällt mir nur schwer.
Aber sie ist ein großer Abschnitt in meinem Leben, über den ich nicht sprechen will. Ich will ihr nicht begegnen, ich will nicht an sie denken, ich hasse es mich vor anderen so darzustellen, wie sie mich behandelt hat. Ja, ich hasse den Gedanken, dass andere mich dann so sehen.
Ich bin mir sicher, dass all die Erfahrungen, die ich mit ihr durch habe, zum Teil Schuld an all dem sind, was aus mir geworden ist und wie ich mich jahrelang gefühlt habe. Sie haben mich unmündig gemacht, meine Angst vor Verurteilung und scharfen, kritisierenden Worten ist viel zu groß. Dieser Mensch hat mich so verletzlich gemacht und vor ihr werde ich immer verletzlich sein, immer angreifbar.
Ich weiß nicht, ob ich mich jemals da raus kämpfen kann oder ob es meinen Charakter zu sehr geprägt hat. Wenn ich an unsere schönen Zeiten denke, könnte ich weinen, stundenlang weinen und eine besonderen Menschen vermissen. Aber es geht nicht, denn all die schönen Erinnerungen, die ich habe, sind gespickt mit schmerzhaften Dingen, die ich verdrängen will.
Ich hasse dich für das, was du bist. Das bisschen Gute, was du in dir trägst, das fehlt mir und tut mir im Herzen weh, aber niemals werde ich mit dir wieder in Kontakt treten, weil du mehr schadest als heilst. Und solche Freunde braucht niemand. Nie werde ich vergessen, was du mir angetan hast und was du meinem besten Freund angetan hast, niemals. Aber ich werde auch nie vergessen, dass du mal alles für mich gewesen bist.
So. Und nachdem ich es übers Herz gebracht habe, mich noch einmal damit auseinanderzusetzen, möchte ich auf die eigentliche Aussage dieses Posts zurück kommen. Ich scheiß auf die Leute, die mich nicht nehmen, wie ich bin. Ich bin ein Mensch, der wenn er will, mit jedem zurechtkommt. Weil ich mich anpassen kann. Aber das ist Schwachsinn, denn am Ende bin ich unglücklich damit. Ich will zu jedem ehrlich sein. Ich will mich nicht verstellen, weil ich Angst habe, dass die Person dann geht, denn wenn sie das tut wäre ich mit ihr nicht glücklich geworden. Ich brauche keine Freunde, die mich verurteilen, weil ich ihren Vorstellungen nicht entspreche. Wer mich nicht akzeptiert, hat meine Aufmerksamkeit nicht verdient. Aber wer mich so nimmt, wie ich bin, bekommt alles, was ich zu geben habe.

Sonntag, 8. Februar 2015

What goes around comes around

Wofür lebt man eigentlich? Jetzt mal ernsthaft. Das soll jetzt nicht klingen wie die Gedanken eines verzweifelten Teenagers, die Frage muss man sich mal langsam durch den Kopf gehen lassen. Was ist das, was einen morgens aufstehen lässt? Was einen dazu bringt, zur Schule zu gehen, sich danach eine passende Ausbildung oder ein gutes Studium zu suchen um dann zu arbeiten, damit man wiederum überhaupt leben kann? Ist das nicht paradox? Das erinnert mich an den Satz "Ich arbeite, um Geld zu verdienen, damit ich davon zur Arbeit fahren kann.".
Aber darum soll es jetzt gar nicht gehen, sondern viel mehr um das warum. Ich schätze, ein Stück weit wird es uns einfach eingetrichtert, von klein an. Sei bloß gut in der Schule, mach sofort eine Ausbildung, sonst bist du in dieser Gesellschaft nichts wert. Und wofür das Ganze? Für Geld. Und wozu braucht man Geld? Um sich Freiheiten leisten zu können. Und so hoch, wie unsere Ansprüche mittlerweile geworden sind, braucht man verdammt viel Geld. Schule ist Pflicht und alles was danach kommt im Prinzip auch, denn sonst tritt man dir so lange in den Arsch, bis du dich eingereiht hast in den Kreis der Burn-Out-gefährdeten Masse. Und vom Geld, was neben den Miet- und Spritkosten noch übrig bleibt, bezahlt man dann den Psychiater. Ist das nicht witzig?
All diese Entscheidungen treffen wir nicht selbst. Sie werden uns mit auf den Weg gegeben. Wir brauchen uns gar nicht mehr auf die Suche nach dem Sinn des Lebens zu machen, das tun schon die Medien und all die Leute um einen rum. Im Prinzip muss man Geld haben und schön sein. Und beliebt. Und sportlich. Und charakterstark. Man muss was erreicht haben im Leben, sonst war es nicht lebenswert. Aber das, was man uns versucht einzureden was angeblich "etwas erreicht haben" bedeutet, ist teilweise der größte Bullshit.
Dabei ist es eigentlich so einfach. Dein Leben war dann lebenswert und erfüllt, wenn du glücklich warst, no matter what. Natürlich sind viele Dinge ineinander verstrickt und abhängig von etwas, was einem vielleicht nicht so gefällt. Aber anstatt das Beste daraus zu machen, schauen wir viel zu sehr darauf, wie wir sein sollen. Für die anderen. Dabei wird man es nie schaffen, dass alle anderen zufrieden sind, das geht einfach nicht. Und selbst wenn, dann hat man einen vergessen, nämlich sich selbst. Wieso leben wir so sehr für andere statt für uns? Wer mich nicht mag wie ich bin muss gehen. Es ist okay, einzelne Facetten nicht zu mögen oder Ansichten nicht zu teilen, aber wer mich lieber anders hätte, den brauche ich nicht. What goes around comes around, keep your circle positive. Ich kann nicht schlechtes mit Schlechtem vergelten. Man braucht sich nicht zu fragen, wieso man aus der Hölle nicht rauskommt, wenn man weiter mit dem Teufel tanzt. Die Sichtweise macht so viel aus.
Ich habe etwas beschlossen. Ich will keine Probleme mehr haben. Das klingt bescheuert, aber im Prinzip ist es doch so. Man muss sich gegen seine Probleme entscheiden, denn nur dann kommt man dagegen an. Alle sagen, so einfach sei es aber nicht. Dabei ist man selbst derjenige, der sich am Meisten im Weg steht. Und ich will mir nicht mehr im Weg stehen. Man muss sich ganz genau überlegen, wohin man im Leben will. Was einen bisher davon abgehalten hat. Und ich meine nicht nur irgendwie mal kurz einen Gedanken daran verschwenden, nein, man muss sich Zeit nehmen und wirklich darüber nachdenken und es aufschreiben. Was zieht mich runter, was würde mich hochziehen. Und dann macht man sich neue Ziele. Aber in kleinen Etappen. Vielleicht sind das Schritte, weswegen andere einen auslachen würden, weil sie so banal sind. Aber blende das aus. Es geht nicht um die anderen. Jeder hat sein Päckchen zu tragen und wenn du mit etwas nicht gut zurecht kommst, hat es seine Gründe. Verurteile dich nicht dafür, dass du vielleicht etwas lernen musst, was für andere selbstverständlich ist, denn für dich ist das schwer.
Und dann notierst du dir drei Sachen, die du sofort ändern kannst und die du ab sofort täglich in deinen Alltag integrierst. Kleine Sachen, die du schaffen kannst und die dir was nützen. Gib dem Ganzen Zeit. Vielleicht denkst du bereits nach zwei Tagen, dass es klappt und dass du dir jetzt noch mehr vornehmen kannst, aber erst mal sollte das selbstverständlich für dich werden, nichts Anstrengendes mehr. Wenn du es mal einen Tag nicht schaffst, macht das nichts, wer ist schon ein Leben lang konsequent?
Führe dir immer wieder vor Augen, wer du sein willst und hinterfrage dich nach den Gründen, weswegen das unmöglich sei. In den meisten Fällen gibt es keine plausiblen Gründe, außer die Grenzen, die man sich selber setzt, weil man sich nichts zutraut.
Und später liegt man vielleicht im Sterben, in einem Krankenhausbett. Dort hat man sicher viel Zeit zum Nachdenken. Ich möchte dann nicht denken müssen, dass ich nicht gelebt habe. Ich will zurückblicken und sagen können, dass es gut war. Dass es Tiefen gab, die es in sich hatten und Ich sie überstanden habe, nein, nicht nur überstanden, sondern dass ich trotz all der Tiefen so viel geschafft habe - unabhängig von dem, ob andere das genauso sehen. Ich will dann glücklich und zufrieden sein. Und ich allein bin dafür verantwortlich.

Mittwoch, 28. Januar 2015

The start of something new

Es gibt Momente im Leben, die verändern einen. Ob man das will oder nicht, man kann gar nichts dagegen machen. Aber genauso gibt es Zeiten im Leben, die müssen sich ändern, doch den Auslöser dafür muss man selbst betätigen. Oft merkt man erst, dass man in etwas festgefahren ist, wenn man schon längst etwas hätte ändern sollen. Was einen daraufhin nur noch mehr runterzieht und es noch schlimmer wird. Eigentlich komplett unnötig. Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung. Daran scheitert schon so vieles. Dass man sich nicht eingestehen kann, was man für Fehler macht, dass man nicht hinterfragt, wieso das alles überhaupt so ist um festzustellen, dass es nicht gut ist. Aber wenn man über diesen Punkt hinaus ist und sich über seine Probleme bewusst ist, ist der Anfang schon mal gemacht. Dann folgt der wohl schwerste Teil, nämlich, die Probleme zu bewältigen. Ich würde sagen, dass es hilfreich ist, sich kleine Ziele zu setzen. Ich neige dazu zu sagen, ab morgen hört das auf/wird ganz anders. Vielleicht klappt das dann auch ein paar Tage aber spätestens nach einer Woche ist es genauso wie vorher - außer, dass man einmal mehr die Erfahrung gemacht hat, dass man gegen seine Probleme nicht angekommen ist.
Deshalb denke ich mittlerweile, dass eine leichte Reduktion einen vermutlich eher ans Ziel führt, es dauert nur länger. In den meisten Fällen ist Ablenkung das Zauberwort, denn jeder kennt es, wenn man versucht, nicht an etwas zu denken, kreisen die Gedanken um kaum etwas anderes mehr. Ziemlich kontraproduktiv. Also muss man auf der einen Seite versuchen, besagtes Problem zu bekämpfen und im selben Zug einen Ausgleich schaffen, der einem positive Energie und Ablenkung schenkt. Wenn man so Stück für Stück seine Probleme durch etwas positives ersetzt, ist es zwar ein langer, aber sich lohnender Weg.
Was mir auch aufgefallen ist, dass Selbstakzeptanz ein großes Kriterium ist. Wer zu sich selbst nicht steht, nicht selbstbewusst ist oder gar an sich zweifelt oder sich nicht mag, dem wird es drei mal so schwer fallen, sich etwas Gutes zu tun bzw. sich zumindest nichts schlechtes mehr zu tun. Aber verdient nicht jeder Mensch ein glückliches Leben? Es ist doch eh schon so kurz. Die Steine, die man sich mit seinem Selbsthass in den Weg legt, schaden einem so viel mehr als anderen, die an diesem Selbsthass vielleicht Schuld sind.
Ist es nicht viel mehr wert, für das was man tut Anerkennung statt Mitleid zu bekommen? Ja, Anerkennung muss man sich verdienen, Mitleid kann man sich leichter einheimsen. Aber alles hängt irgendwie zusammen. Man braucht positive Ereignisse im Leben, auf die man stolz zurückblicken kann um an sich selbst zu wachsen. Wenn man in seinen Problemen stecken bleibt, wird es täglich Schwerer, da wieder rauszukommen.
Deshalb sollte man doch besser heute als morgen dagegen angehen, man lebt nur einmal und nicht ewig.

Freitag, 19. Dezember 2014

lovethings and more bullshit

Wenn man Zeitschriften durchblättert, stößt man ja auf so einiges. Meistens sind es immer dieselben Sachen. Auf Seite 1 erzählen sie dir, wie die armen armen Teenies von heute unter dem bösen Magerwahn leiden und auf Seite 2 wird sich über Heidi Klum empöhrt, weil sie eine Pommes isst. Dann gibt es da die Horoskope, die Rezepteseite, Dr. Sommer und vorallem die Psychotests. Welcher Beruf passt zu dir, bist du eher schüchtern oder aufgeschlossen und - besonders beliebt - auf welchen Typ Mann stehst du? Natürlich gibt es dann nur drei Klischee-Männer zur Auswahl, denn Individualität und Vielfalt wird in solchen Magazinen ja prinzipiell kleingeschrieben.
Aber mal ehrlich. Wie kann man jemandem denn suggerieren, es gäbe nur einen Typ Mann, auf den frau stehen kann? Und dass er genau die Eigenschaften a, b und c haben muss, sonst klappt es nicht? Wenn ich mir da mal meine Exfreunde ansehe.. hallelujah. Verschiedener könnten sie glaube ich gar nicht sein.
Mir ist bereits in den Sinn gekommen, dass sich das Beuteschema eines Menschen je nach Alter und Stimmungslage drastisch verändern kann.
Ist das nicht scheiße? Wer mit 16 noch deine große Liebe gewesen ist, passt vielleicht mit 20 überhaupt nicht mehr zu dir. Wahrscheinlich ist es deswegen auch so unglaublich schwer, auf ewig bei einem Menschen zu bleiben. Wie viele Paare gibt es wohl, die nach einigen Jahren merken, dass es nicht mehr funktioniert? Die sich bis dahin schon viel aufgebaut haben, Hochzeit, Kinder und ein eigenes Haus? Wie viel Kraft, Mut und Sicherheit muss man da denn aufbringen, um sich noch zu trennen? Und denkt dann nicht jeder "Meine Zeit ist vorbei, entweder bleibe ich bei ihm oder für immer alleine"?
Allein dieser Gedanke.. dass irgendwo auf der Welt jemand ist, der für einen bestimmt ist, den man aber nie an seiner Seite haben wird, weil man an etwas festhält, was einen nur noch ab und zu mal glücklich macht. Und gleichzeitig steckt dahinter die Angst, dass er diese eine Person vielleicht findet - und man selbst steht dann alleine da.
Was ist die bessere Lösung? Soll man das Risiko eingehen? Wenn man nicht mehr ganz glücklich ist, wirft man dann alles hin und hofft darauf, etwas besseres zu finden? Oder bleibt man dabei, aus Angst, dass es alleine noch viel schlimmer ist und man nie wieder einen Besseren findet, obwohl es ihn gibt? Ich war ja nie der Risiko-Typ. Wäre ich bei "Wer wird Millionär", würde ich vermutlich schon nach der bestandenen 500 Euro Frage aufhören. Was bleibt, sind 500 Euro. Und dieses.. unvollständige Gefühl. Man hätte mehr haben können. Hätte es besser haben können. Aber eben auch schlechter.

Sonntag, 14. Dezember 2014

Filmwelten

Wie oft habe ich mir gewünscht, Teil einer erfundenen Welt zu sein. Im Auenland zu wohnen, meine Einladung für Hogwarts zu erhalten oder Ärztin am Seattle Grace Hospital zu sein. Gut, letzteres ist noch ziemlich neu, aber mal ehrlich, ich bin unglaublich gefesselt von Grey's Anatomy. Dass ich bei einer Serie so am Ball bleibe ist echt selten. Aber so viel schöner wäre es doch, in Hogwarts zur Schule zu gehen. Nicht zu wissen, in welches Haus man zugeteilt wird (laut pottermore wäre es bei mir Hufflepuff) oder an einem der langen Tische zu sitzen und nach Dumbledores Rede das Essen zu genießen. Andererseits habe ich mir bei den Filmen auch oft gedacht, dass ich diese oder jene Situation nicht miterleben will, weil sie einfach zu spannend oder unheimlich war.
Noch extremer war bzw ist es bei dem Herrn der Ringe. Keine anderen Filme haben mich je so fasziniert, so mitgerissen. Mit kaum einem anderen fiktiven Thema habe ich mich mehr beschäftigt als mit der Geschichte von Mittelerde, der Hobbits oder der Elben. Was würde ich dafür geben, sämtliche elbischen Sprachen zu beherrschen, auch die Schrift. Oder irgendwo im Auenland meine kleine Hütte zu haben. Ich kann die Filme mittlerweile mitsprechen, die Lieder mitsingen und alle relevanten Namen und Orte auswendig. Ich habe einen wahnsinnigen Respekt vor der Tiefe von Tolkiens Werken, wie viel dahintersteckt ist kaum zu realisieren. In irgendeinem Paralleluniversum schaffe ich auch so ein Meisterwerk. So abgerundet, so komplett, so undurchschaubar und irgendwie nie zu Ende.
Es ist vorstellbar, wie sehr ich mich über die dreiteilige Verfilmung des Hobbits gefreut habe. Manch einer findet meine Hingabe zu diesen Filmen albern, ein anderer kann es zu gut nachvollziehen. Nun ja. Aber in einer dieser Welten zu leben, statt in dieser.. Das wäre doch so viel besser.