Freitag, 19. Dezember 2014

lovethings and more bullshit

Wenn man Zeitschriften durchblättert, stößt man ja auf so einiges. Meistens sind es immer dieselben Sachen. Auf Seite 1 erzählen sie dir, wie die armen armen Teenies von heute unter dem bösen Magerwahn leiden und auf Seite 2 wird sich über Heidi Klum empöhrt, weil sie eine Pommes isst. Dann gibt es da die Horoskope, die Rezepteseite, Dr. Sommer und vorallem die Psychotests. Welcher Beruf passt zu dir, bist du eher schüchtern oder aufgeschlossen und - besonders beliebt - auf welchen Typ Mann stehst du? Natürlich gibt es dann nur drei Klischee-Männer zur Auswahl, denn Individualität und Vielfalt wird in solchen Magazinen ja prinzipiell kleingeschrieben.
Aber mal ehrlich. Wie kann man jemandem denn suggerieren, es gäbe nur einen Typ Mann, auf den frau stehen kann? Und dass er genau die Eigenschaften a, b und c haben muss, sonst klappt es nicht? Wenn ich mir da mal meine Exfreunde ansehe.. hallelujah. Verschiedener könnten sie glaube ich gar nicht sein.
Mir ist bereits in den Sinn gekommen, dass sich das Beuteschema eines Menschen je nach Alter und Stimmungslage drastisch verändern kann.
Ist das nicht scheiße? Wer mit 16 noch deine große Liebe gewesen ist, passt vielleicht mit 20 überhaupt nicht mehr zu dir. Wahrscheinlich ist es deswegen auch so unglaublich schwer, auf ewig bei einem Menschen zu bleiben. Wie viele Paare gibt es wohl, die nach einigen Jahren merken, dass es nicht mehr funktioniert? Die sich bis dahin schon viel aufgebaut haben, Hochzeit, Kinder und ein eigenes Haus? Wie viel Kraft, Mut und Sicherheit muss man da denn aufbringen, um sich noch zu trennen? Und denkt dann nicht jeder "Meine Zeit ist vorbei, entweder bleibe ich bei ihm oder für immer alleine"?
Allein dieser Gedanke.. dass irgendwo auf der Welt jemand ist, der für einen bestimmt ist, den man aber nie an seiner Seite haben wird, weil man an etwas festhält, was einen nur noch ab und zu mal glücklich macht. Und gleichzeitig steckt dahinter die Angst, dass er diese eine Person vielleicht findet - und man selbst steht dann alleine da.
Was ist die bessere Lösung? Soll man das Risiko eingehen? Wenn man nicht mehr ganz glücklich ist, wirft man dann alles hin und hofft darauf, etwas besseres zu finden? Oder bleibt man dabei, aus Angst, dass es alleine noch viel schlimmer ist und man nie wieder einen Besseren findet, obwohl es ihn gibt? Ich war ja nie der Risiko-Typ. Wäre ich bei "Wer wird Millionär", würde ich vermutlich schon nach der bestandenen 500 Euro Frage aufhören. Was bleibt, sind 500 Euro. Und dieses.. unvollständige Gefühl. Man hätte mehr haben können. Hätte es besser haben können. Aber eben auch schlechter.

Sonntag, 14. Dezember 2014

Filmwelten

Wie oft habe ich mir gewünscht, Teil einer erfundenen Welt zu sein. Im Auenland zu wohnen, meine Einladung für Hogwarts zu erhalten oder Ärztin am Seattle Grace Hospital zu sein. Gut, letzteres ist noch ziemlich neu, aber mal ehrlich, ich bin unglaublich gefesselt von Grey's Anatomy. Dass ich bei einer Serie so am Ball bleibe ist echt selten. Aber so viel schöner wäre es doch, in Hogwarts zur Schule zu gehen. Nicht zu wissen, in welches Haus man zugeteilt wird (laut pottermore wäre es bei mir Hufflepuff) oder an einem der langen Tische zu sitzen und nach Dumbledores Rede das Essen zu genießen. Andererseits habe ich mir bei den Filmen auch oft gedacht, dass ich diese oder jene Situation nicht miterleben will, weil sie einfach zu spannend oder unheimlich war.
Noch extremer war bzw ist es bei dem Herrn der Ringe. Keine anderen Filme haben mich je so fasziniert, so mitgerissen. Mit kaum einem anderen fiktiven Thema habe ich mich mehr beschäftigt als mit der Geschichte von Mittelerde, der Hobbits oder der Elben. Was würde ich dafür geben, sämtliche elbischen Sprachen zu beherrschen, auch die Schrift. Oder irgendwo im Auenland meine kleine Hütte zu haben. Ich kann die Filme mittlerweile mitsprechen, die Lieder mitsingen und alle relevanten Namen und Orte auswendig. Ich habe einen wahnsinnigen Respekt vor der Tiefe von Tolkiens Werken, wie viel dahintersteckt ist kaum zu realisieren. In irgendeinem Paralleluniversum schaffe ich auch so ein Meisterwerk. So abgerundet, so komplett, so undurchschaubar und irgendwie nie zu Ende.
Es ist vorstellbar, wie sehr ich mich über die dreiteilige Verfilmung des Hobbits gefreut habe. Manch einer findet meine Hingabe zu diesen Filmen albern, ein anderer kann es zu gut nachvollziehen. Nun ja. Aber in einer dieser Welten zu leben, statt in dieser.. Das wäre doch so viel besser.

Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt, erst eins, dann zwei, dann drei, dann.. Nein. So weit sind wir noch nicht. Heute wird Kerze Nummer drei angezündet. :-) Außerdem fahren wir heute los und besorgen uns unseren Tannenbaum. Ganz traditionell fahren wir mit Mama, Papa und meinem Bruder. Und heute kommt neben D. zum aller ersten Mal auch T. mit. Apropos - er dreht sich nun mit 6,5 Monaten endlich endlich eeendlich auf den Bauch. Ich bin SO stolz! Nur zurück kommt er noch nicht, dann wird lautstark gemeckert bis Mama kommt und ihn wieder auf den Rücken dreht, nur um sich dann nach 2 Minuten wieder auf den Bauch zu rollen.
Jedenfalls freue ich mich so unglaublich, ihn heute mit auf den Hof zu nehmen, wo wir schon seit ich denken kann unsere Tannenbäume kaufen. Da war ich selbst als Kind immer und nun habe ich mein eigenes dabei. Mittlerweile fährt er nach vorne gerichtet im Buggy, weil er für seine Kinderwagenschale langsam zu groß geworden ist. Ähnlich ist es mit dem Autositz, es muss dringend ein neuer her.
Die Tannenbäume werden aber noch nicht aufgestellt sondern erst mal bei meinen Eltern im Garten gelagert. Ich freu mich schon aufs Schmücken und auf T's Gesicht, wenn er ihn zum ersten Mal bewundern kann.
Das wird das letzte Weihnachten in dieser Wohnung, die Kündigung ist bereits eingereicht. Ende Februar sind wir hier spätestens raus, wobei eher Ende Januar angepeilt ist. Ich bin nicht traurig drum, allein der Gedanke, dass T. aus seinem ersten Zuhause ausziehen muss, bedrückt mich manchmal. Aber da, wo wir hinziehen, ist es so viel schöner.
Naja. Jetzt heißt es erst mal warten, bis meine Männer geruhen aufzustehen. Denn noch liegen beide neben mir und schlafen tief und fest.

Sonntag, 30. November 2014

Erster Advent, schubiduu

Wie man am Titel erkennen kann, ist heute Sonntag & der 1. Advent - und das Besondere daran ist, es ist T.'s erster.. Erster Advent :-D Das schöne an Kindern ist, dass sie alles ja irgendwann zum ersten Mal erleben und dadurch achtet man auch wieder mehr auf sowas. Wir haben heute erst Mal ausgeschlafen. Naja, zumindest T. und D. ;-D ich habe mich heute Morgen mit der Wahl des richtigen Autositzes befasst und glaubt mir, es gibt kaum etwas Umfangreicheres als die Wahl der Autositze für Kinder. Und alles hat Pro und Contra. Naja, aber ich bin schon mal weiter als gestern noch. Zum Frühstück hatten wir (natürlich) mal wieder nichts ordentliches da. Also drauf verzichtet und direkt Mittag gegessen. Dann hat T. Einen ausgediegenen Mittagsschlaf gemacht und D. und Ich haben zwei Runden Monopoly gespielt (hab beide verloren, hmpf). Als T. wach wurde hatte er nur Hunger auf seine Milch und den Brei hat er angeschrieen. :-D nun gut. Ein wenig gekuschelt und nach dem nächsten Wickeln hab ich ihn mit in die Badewanne genommen (er liebt das übrigens). Dort liege ich immer noch, haha. Gleich mache ich noch ein paar Plätzchen, wir wollen ja wenigstens ein bisschen Adventsstimmung aufkommen lassen. Morgen startet eine neue Woche, D. ist wieder gesund und kann zur Schule und zur Arbeit und ich muss einkaufen und zu Expert und mich nach neuen Küchengeräten umsehen, die ich mir dann schenken lasse, tihi. Apropos - ich habe letzte Tage angefangen, T.'s Geschenke einzupacken. Sind 'n bisschen viele geworden und mit ungefähr der Hälfte kann er (noch) nichts anfangen. Egaal. :-D
Ich wünsche allen noch einen schönen Sonntag. :-)

Dienstag, 18. November 2014

18.11.2014

Kennt ihr diese Automaten bei Rossmann, an denen man Fotos ausdrucken kann? Heute morgen stand ich schon recht früh davor, da ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine lange und entnervte Warteschlange hinter einem bildet deutlich geringer. Außerdem muss ich dann nicht auch noch meine Zeit damit verschwenden, jemandem besagten Automaten zu erklären, das kommt fast ausschließlich immer vor. Nur morgens halt eher selten.
Ich stand dort und hatte schon die Bilder ausgewählt und mein Auftrag war in Bearbeitung. Langsam spuckte das Gerät mir ein Foto nach dem anderen entgegen und ich steckte sie in einen Umschlag.

Dann bemerkte ich, wie eine ältere Frau, ich tippe um die 70, auf den Automaten neben mir zusteuerte. Ich war zunächst verwundert und fragte mich, was sie damit vorhat. Meine Verwunderung stieg, als sie recht zielsicher begann, auf dem Touchscreen das auszuwählen, was sie wollte. Ich war mir fast sicher, dass sie mich in Kürze fragen würde, wie dies oder jenes funktioniert. Tat sie aber nicht. Nun gut. Also fischte ich die letzten Fotos aus der Auffangschale, die in etwa auf Kniehöhe angebracht war. Als ich mich aufrichtete, fiel mein Blick unweigerlich auf ihren Bildschirm. Ich war davon ausgegangen, dass sie Fotos von ihren Enkeln oder so ausdruckt. Stattdessen sah ich mehrere verschiedene Fotos von einem Grab. Wahrscheinlich das ihres Mannes. Ich verharrte kurz in meiner Bewegung und stopfte dann die Fotos in den Umschlag. Unsicher betrachtete ich die Frau aus dem Augenwinkel. Sie blickte starr auf den Monitor, die Lippen stark aufeinandergepresst. Ich musste schlucken. Ich wandte mich ab und streifte ein wenig ziellos durch die Regale und nahm noch eine Packung Pulvermilch mit. An der Kasse stand die Frau dann vor mir. Sie lächelte. Unterhielt sich mit der Kassiererin und machte Scherze mit ihr.
"Haben Sie das hingekriegt mit dem ausdrucken?" - "jaja". Sie lacht. "können ja gerne mal reingucken, haha". Sie lacht wieder.
Hätte ich es vorher nicht gesehen, wäre ich nie im Leben darauf gekommen, dass sie solch traurige Bilder in der Hand trägt. Oder dass sie generell Trauer in sich trägt. Manchmal ist es schockierend, dass man Menschen wirklich nur vor den Kopf gucken kann, aber nicht hinein.

Freitag, 14. November 2014

Tage wie dieser.

Es gibt Tage, da kann man einfach entspannen. Da steht nichts an. Naja, zumindest nicht wirklich. Es interessiert keinen, was du anhast, ob deine Haare gemacht sind oder ob du dir schon die Zähne geputzt hast. Im Idealfall bestellt man an solchen Tagen auch noch das Essen zu sich nach Hause, dann muss man noch nicht mal kochen. Aber wer macht dann die Tür auf, wenn man aussieht wie aus The Walking Dead entsprungen? Egal. Jedenfalls gibt es auch das genaue Gegenteil, man hetzt von Termin zu Termin, ist unausgeschlafen und irgendwie kommt es einem immer so vor, als hätte das Leben eine ziemlich mangelhafte Organisation. Kann doch nicht sein, dass man tagelang Zeit hat, nichts zu tun und dann jegliche Arbeit komprimiert in einen Tag verpackt wird.
Ist aber manchmal so. Aber es gibt auch so'n Zwischending. Das sind Tage, an denen man zwar Zuhause ist, aber irgendwelchen Kram zu organisieren hat. Und genau so ein Tag ist heute. Das allernervigste, was einem dann passieren kann ist, wenn die Leute, die man zum Organisieren braucht, nicht mitspielen. So wählt man zum Beispiel immer und immer wieder die Telefonnummer des Kinderarztes, weil permanent besetzt ist oder man wartet vergeblich auf einen Rückruf oder einen Brief, der eigentlich seit Wochen da sein sollte. Da bekommt man schnell mal das Gefühl, dass man sein Telefon auch gleich heiraten könnte, so viel Zeit wie man damit verbringt. Irgendwo geht das glaube ich sogar. Also.. Gegenstände heiraten. Egal. Worauf ich hinauswollte war, dass einem ständig irgendwas dazwischenfunkt, wenn man weiterkommen muss. Dass kann man jetzt darauf beziehen, dass ich erst meinen PDF Reader updaten soll, bevor ich die gewünschte Datei die ich ausfüllen muss öffnen kann, aber eigentlich auch auf alles andere. Und oft springt man dann ab, weil man keine Lust mehr hat oder noch schlimmer - man fängt gar nicht erst an. Aber wenn dann erst mal das Gröbste erledigt ist, hat man Zeit sich in die Badewanne zu legen und einen Eintrag für seinen Blog zu schreiben.

Sonntag, 9. November 2014

Sonntagmorgen

Wie man am Titel bereits erkennen kann, ist heute Sonntag. Ein Sonntag im November, wohlgemerkt. Und wie für diesen Monat typisch ist der Himmel grau und wolkenverhangen und man beginnt, die Kuscheldecken und die dicken Socken wieder hervorzukramen. Je weniger ich es mag, dass es abends so früh dunkel wird, desto mehr finde ich Gefallen daran, den Morgen auszukosten. Ich werde prinzipiell um halb 7 geweckt, mal etwas eher, mal etwas später, egal welcher Wochentag. Dann hat mein Minimensch erst mal Hunger und verlangt nach einer frischen Windel. Danach lege ich mich meistens noch für einen Moment zu ihm. Wenn er kurz darauf wieder wegdämmert, stehe ich auf und räume das Chaos in der Küche vom Vortag auf. Neuerdings gebe ich mir sogar echt Mühe bei meinem Frühstück.
Dazu müsste ich kurz mal einwerfen, dass ich derzeit dabei bin, abzunehmen. 2,7 Kilo sind bisher gepurzelt, aber nun gut, ich bin ja auch gerade erst am Anfang. Aber darauf gehe ich in einem separaten Post nochmal genauer ein, schätze ich.
Jedenfalls habe ich mir Eier gekocht, Kaffee gemacht, Gurke geschnippelt und zwei Brote gemacht. Mag für den ein oder anderen Standard sein, aber ich habe mich nie angestrengt, ein halbwegs ansehnliches Essen auf den Tisch zu bringen. Das ist jetzt ganz anders.
Während ich frühstücken liegen D. und T. noch im Bett. Auch mal angenehm, wenn man morgens seine Ruhe hat. Ein Vorteil an Sonntagen. Ansonsten ist der Tag heute aber eher unspektakulär - ich muss aufräumen, putzen, Wäsche waschen, neuen Brei kochen und um 16 Uhr kommt Besuch von D. zum Lernen. Ich schätze, ich gehe dann noch mit T. raus.
Und damit ich das alles noch schaffe, beende ich diesen höchst informativen Post jetzt und wünsche allen, die das hier eventuell lesen, noch einen schönen Sonntag!

Mittwoch, 5. November 2014

Tumblr

Wie konnte ich bis dato eigentlich ohne Tumblr App leben? Ich liebe meinen Tumblr so abgöttisch, er ist persönlicher als jedes Tagebuch was ich je geschrieben habe. Zu fast jedem Bild könnte ich ewig lange Geschichten erzählen und fast keine davon ist schön. Aber bisher gab es noch keinen Menschen, dem ich meinen tumblr jemals gezeigt habe. Egal. Ich musste einfach mal erwähnen, wie sehr ich diesen Foto Blog liebe. Mindestens genauso wie ich Instagram liebe, tihi.

Sonntag, 2. November 2014

19. Geburtstag

Irgendwie waren Geburtstage früher ja cooler. Ich will nicht sagen, dass ich an meinem 19. vor 11 Tagen keinen Spaß hatte, aber seien wir doch mal ehrlich - damals hab ich vor Aufregung nicht mal schlafen können. Kennt ihr das? Man liegt im Bett, in der Nacht vor DEM großen Tag schlechthin und kann nicht schlafen, weil man so hibbelig ist und es nicht abwarten kann, will aber unbedingt schlafen damit die Zeit schneller rumgeht? Und morgens wacht man dann viel zu früh auf und muss erst mal warten, bis sich der Rest der Familie aus dem Bett bewegt hat, damit es losgehen kann.
Mein Geburtstag dieses Jahr war sozusagen der erste "außer Haus". Und sowieso war er anders als all die anderen, schließlich wurde ich noch nie von einem liebevoll um sich schlagenden Baby geweckt, dessen Hand mich mitten ins Gesicht getroffen hat. Ich habe mich schlaftrunkend noch einmal umgedreht. Wenn ich an einem Tag im Jahr mal etwas länger schlafen durfte, war es ja wohl dieser Tag. Und in der Tat wurde D. wach und kümmerte sich um T., der natürlich schon putzmunter war und fröhlich vor sich hinquietschte.
Zu dem Zeitpunkt war mir natürlich längst bewusst, dass ich so nicht weiterschlafen kann, aber wem sollte ich das schon übelnehmen.
Eigentlich verlief der Morgen so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Erst, als D. sich angezogen hatte und sagte "Ich fahr dann jetzt", wurde ich stutzig. Schließlich hatte er mir am Vorabend noch gesagt, dass er heute nicht zur Schule geht. Also ging ich davon aus, er wolle mich ein bisschen ärgern und in Wirklichkeit Frühstück holen. "Fahr du nur.", hab ich also gesagt. "Nein, ehrlich. Ich fahr jetzt zur Schule." "Jaja."
Tür zu, Automotor startet, er fährt. Aber im Leben würde er es nicht wagen, mich jetzt hier sitzen zu lassen, oh nein.
Die Minuten vergingen. Zehn vor acht, acht, viertel nach acht, halb neun. Ich schreibe ihm, wo er ist. Er meint, er sei in der Schule. 1. Wutanfall. "Nicht dein Ernst?". "Ich mach 5.6. frei, muss reichen." 2. Wutanfall. Will er mich verarschen? Als ich mich innerlich gerade so richtig in Rage geredet habe, höre ich, wie er die Wohnungstür aufschließt. Und noch ehe ich ihn anfahren kann, was ihm denn einfällt, blicke ich in einen großen Strauß Blumen und das breit grinsende Gesicht von D.
"Alles Gute zum Geburtstag mein Schatz." Wut ist verflogen, ich freue mich wie ein kleines Kind. Der Blumenladen hat eine halbe Stunde zu spät aufgemacht. Wieder mal umsonst aufgeregt.
Da wir im Urlaub meine Geschenke zusammen ausgesucht hatten, wusste ich schon, was ich bekomme. Neben den Blumen hat er mir DIE Fanartikel schlechthin geschenkt - den Ring von "Der Herr der Ringe" samt Kette und ein Poster von "Mein Nachbar Totoro". Außerdem das flauschige Einhorn aus dem Film "Ich - Einfach unverbesserlich", das kam aber eine Woche später an.
Dazu hat er mir einen Brief geschrieben, wo ich, ganz frau, erst mal ein paar Tränchen verdrückt habe, weil er so süß war.
Nachmittags kam dann Besuch. Erst meine Eltern und mein Bruder, danach meine Großeltern und dann meine Schwiegereltern samt D.'s Schwester. War ziemlich laut und voll in unserer Wohnung, gab aber viel Kuchen, hihi.
Abends habe ich den Tag mit einem Glas Sekt in der Badewanne ausklingen lassen und D. hat sich um T. gekümmert, der übrigens das ganze Spektakel beinahe komplett verschlafen hat (<3).
Resümee: ganz netter Tag, wobei die Schatzsuche damals als Kind eindeutig spannender war, haha. Aber so ist das eben. Don't grow up, it's a trap.

Impfbaby

Ich weiß noch ganz genau, wie ich impfen damals gehasst habe. Es gab damals eigentlich kaum eine schlimmere Phrase, die meine Eltern loslassen konnten als: "Heute nimmst du dir bitte nichts vor, wir müssen heute zum Impfen." Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich jedes Mal einen Riesenaufstand gemacht. Mir war durchgängig schlecht. Auf dem Weg ins Auto, auf der Fahrt, beim Einparken auf dem Parkplatz, im Wartezimmer.. ich war das wohl verängstigste, impfresistenteste Kind in der gesamten Praxis. Jedes Mal aufs Neue habe ich gehofft, dass wir doch irgendwie drum herum kommen, dass meine Mutter Erbarmen hat oder der Arzt krank geworden ist. Nie hat es geklappt.
Mama hat immer gesagt: "Ist doch gar nicht so schlimm. Ist doch nur 'n kleiner Pieks und dann ist es vorbei."
Die hat gut reden, habe ich mir gedacht. Die kriegt ja auch nix ab! 

Und jetzt, viele Jahre später, versuche ich mir immer noch einzureden, es sei nur ein Pieks und nur halb so wild. Nein, nicht wegen mir. Wegen meinem Kind.
Ihn impfen zu lassen ist wirklich ein einziger Alptraum. Das erste Mal war bei der U4. Die Nacht davor habe ich nahezu gar nicht geschlafen und im Behandlungsraum bin ich vor Nervosität fast gestorben. Als es dann soweit war, sind mir echt die Tränen in die Augen geschossen, ich konnte gar nicht hinsehen. Naja, ist ja auch gegen jeglichen Instinkt, zuzulassen, dass jemand dem eigenen Kind wehtut. Aber muss ja.
Und morgen sind wir wieder dran. Was heißt wir, er halt. Aber man leidet soo mit, das ist Wahnsinn. Ob das wohl mit der Zeit besser wird? Oder zumindest weniger schlimm?

02.11.2014 - Auf ein Neues!

Ich liebe es, alte Fotoalben durchzublättern. Oder Videos von früher anzuschauen. Oder längst vergessene Tagebücher zu lesen. Meistens begegnet man Situationen, die bis dato in der hintersten Ecke des Gedächtnis' verstaubten und mit einem Mal werden sie wieder lebendig. 
Naja, ob das immer gut ist sei dahingestellt, aber tendenziell blicke ich gerne auf das zurück, was war, besonders, wenn ich wieder in ein Kapitel meines Lebens eintauchen kann, welches bereits umgeblättert und abgeschlossen war.
Ich habe nie ganz aufgehört, Tagebuch zu schreiben. Aber je älter man wird, desto weniger findet sich die Zeit, wirklich etwas geistreiches zu Papier zu bringen. Und läuft heutzutage nicht sowieso alles über die Technik? Egal.
Aus welchem Grund auch immer, aber es wäre doch schade, wenn all die Gedanken, die in meinem Kopf herumschwirren wieder vergessen werden, ohne dass ich sie irgendwo notiert habe. 
Was soll ich denn dann lesen, wenn ich mal 80 bin und mir ein Stück meiner Jugend zurückwünsche? Eben. Also, lehne dich zurück, Zukunfts-Ich, auf dass ich auf diesem Blog mal aktiv bleibe.