Wofür lebt man eigentlich? Jetzt mal ernsthaft. Das soll jetzt nicht klingen wie die Gedanken eines verzweifelten Teenagers, die Frage muss man sich mal langsam durch den Kopf gehen lassen. Was ist das, was einen morgens aufstehen lässt? Was einen dazu bringt, zur Schule zu gehen, sich danach eine passende Ausbildung oder ein gutes Studium zu suchen um dann zu arbeiten, damit man wiederum überhaupt leben kann? Ist das nicht paradox? Das erinnert mich an den Satz "Ich arbeite, um Geld zu verdienen, damit ich davon zur Arbeit fahren kann.".
Aber darum soll es jetzt gar nicht gehen, sondern viel mehr um das warum. Ich schätze, ein Stück weit wird es uns einfach eingetrichtert, von klein an. Sei bloß gut in der Schule, mach sofort eine Ausbildung, sonst bist du in dieser Gesellschaft nichts wert. Und wofür das Ganze? Für Geld. Und wozu braucht man Geld? Um sich Freiheiten leisten zu können. Und so hoch, wie unsere Ansprüche mittlerweile geworden sind, braucht man verdammt viel Geld. Schule ist Pflicht und alles was danach kommt im Prinzip auch, denn sonst tritt man dir so lange in den Arsch, bis du dich eingereiht hast in den Kreis der Burn-Out-gefährdeten Masse. Und vom Geld, was neben den Miet- und Spritkosten noch übrig bleibt, bezahlt man dann den Psychiater. Ist das nicht witzig?
All diese Entscheidungen treffen wir nicht selbst. Sie werden uns mit auf den Weg gegeben. Wir brauchen uns gar nicht mehr auf die Suche nach dem Sinn des Lebens zu machen, das tun schon die Medien und all die Leute um einen rum. Im Prinzip muss man Geld haben und schön sein. Und beliebt. Und sportlich. Und charakterstark. Man muss was erreicht haben im Leben, sonst war es nicht lebenswert. Aber das, was man uns versucht einzureden was angeblich "etwas erreicht haben" bedeutet, ist teilweise der größte Bullshit.
Dabei ist es eigentlich so einfach. Dein Leben war dann lebenswert und erfüllt, wenn du glücklich warst, no matter what. Natürlich sind viele Dinge ineinander verstrickt und abhängig von etwas, was einem vielleicht nicht so gefällt. Aber anstatt das Beste daraus zu machen, schauen wir viel zu sehr darauf, wie wir sein sollen. Für die anderen. Dabei wird man es nie schaffen, dass alle anderen zufrieden sind, das geht einfach nicht. Und selbst wenn, dann hat man einen vergessen, nämlich sich selbst. Wieso leben wir so sehr für andere statt für uns? Wer mich nicht mag wie ich bin muss gehen. Es ist okay, einzelne Facetten nicht zu mögen oder Ansichten nicht zu teilen, aber wer mich lieber anders hätte, den brauche ich nicht. What goes around comes around, keep your circle positive. Ich kann nicht schlechtes mit Schlechtem vergelten. Man braucht sich nicht zu fragen, wieso man aus der Hölle nicht rauskommt, wenn man weiter mit dem Teufel tanzt. Die Sichtweise macht so viel aus.
Ich habe etwas beschlossen. Ich will keine Probleme mehr haben. Das klingt bescheuert, aber im Prinzip ist es doch so. Man muss sich gegen seine Probleme entscheiden, denn nur dann kommt man dagegen an. Alle sagen, so einfach sei es aber nicht. Dabei ist man selbst derjenige, der sich am Meisten im Weg steht. Und ich will mir nicht mehr im Weg stehen. Man muss sich ganz genau überlegen, wohin man im Leben will. Was einen bisher davon abgehalten hat. Und ich meine nicht nur irgendwie mal kurz einen Gedanken daran verschwenden, nein, man muss sich Zeit nehmen und wirklich darüber nachdenken und es aufschreiben. Was zieht mich runter, was würde mich hochziehen. Und dann macht man sich neue Ziele. Aber in kleinen Etappen. Vielleicht sind das Schritte, weswegen andere einen auslachen würden, weil sie so banal sind. Aber blende das aus. Es geht nicht um die anderen. Jeder hat sein Päckchen zu tragen und wenn du mit etwas nicht gut zurecht kommst, hat es seine Gründe. Verurteile dich nicht dafür, dass du vielleicht etwas lernen musst, was für andere selbstverständlich ist, denn für dich ist das schwer.
Und dann notierst du dir drei Sachen, die du sofort ändern kannst und die du ab sofort täglich in deinen Alltag integrierst. Kleine Sachen, die du schaffen kannst und die dir was nützen. Gib dem Ganzen Zeit. Vielleicht denkst du bereits nach zwei Tagen, dass es klappt und dass du dir jetzt noch mehr vornehmen kannst, aber erst mal sollte das selbstverständlich für dich werden, nichts Anstrengendes mehr. Wenn du es mal einen Tag nicht schaffst, macht das nichts, wer ist schon ein Leben lang konsequent?
Führe dir immer wieder vor Augen, wer du sein willst und hinterfrage dich nach den Gründen, weswegen das unmöglich sei. In den meisten Fällen gibt es keine plausiblen Gründe, außer die Grenzen, die man sich selber setzt, weil man sich nichts zutraut.
Und später liegt man vielleicht im Sterben, in einem Krankenhausbett. Dort hat man sicher viel Zeit zum Nachdenken. Ich möchte dann nicht denken müssen, dass ich nicht gelebt habe. Ich will zurückblicken und sagen können, dass es gut war. Dass es Tiefen gab, die es in sich hatten und Ich sie überstanden habe, nein, nicht nur überstanden, sondern dass ich trotz all der Tiefen so viel geschafft habe - unabhängig von dem, ob andere das genauso sehen. Ich will dann glücklich und zufrieden sein. Und ich allein bin dafür verantwortlich.
Sonntag, 8. Februar 2015
What goes around comes around
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